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Alte Burg Penzlin
© I. Kittner 

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Burg Penzlin

Warener Chaussee 55a
D-17217 Penzlin (Mecklenburg-Vorpommern)

Wissenschaftliche Leitung: Frau Prof. Dr. Andrea Rudolph

Ausschreibung Praktikantenstellen:

Ausschreibung Praktikantenstellen

Kulturhistorisches Museum für Alltagsmagie und Hexenverfolgungen in Mecklenburg

Die Hinterlassenschaften aus der Zeit der historischen Hexenverfolgungen gehören zu schwierigen, aber unbedingt erhaltenswerten Zeugnissen deutscher Geschichte.
Das Museum Burg Penzlin ist ein heute überregional bekanntes Zeugnis für frühneuzeitliche Hexenverfolgungen im norddeutschen Raum. Es zeigt Objektüberlieferungen zum Thema Hexenverfolgungen und ihrer Rezeptionsgeschichte in der Region. Ausgangspunkt für die 1995 beschlossene Nutzung der Burg Penzlin als kulturgeschichtliches Museum für Alltagsmagie und Hexenverfolgungen in Mecklenburg waren zum einen baulich sehr bemerkenswerte frühneuzeitliche Hexenverliese in den Kellern der Burg Penzlin, zum anderen überlieferte Quellendokumente, die mit der Kleinstadt Penzlin allein fünf Hexenprozesse verbinden. Daß diese nachhaltig auf Mecklenburg als eine der Kernzonen europäischer Hexenverfolgungen verweisen, steht außer Frage. Neueren Forschungen zufolge (siehe die grundlegende Dissertationsschrift von Katrin Möller, Rostock 2002) lassen sich etwa 4.000 Hexenprozesse gegen mindestens 3.700 Personen zwischen dem ersten belegbaren Prozess 1336 und der letzten bekannten Anklage 1777 nachweisen.

Gerichtsstäbe

 

 

Quellenangabe

 

 

Auszug aus der Namenstafel

 

 

 

Die interdisziplinäre Natur der Hexenthematik stellt dabei eine besondere museumsdidaktische Herausforderung dar. Verschiedene Fachrichtungen Geschichte, Medizingeschichte, Volkskunde, Sozialgeschichte, Theologie, Kunstgeschichte, Philologie – erkunden jeweils wichtige kulturelle Dimensionen der Thematik. Disziplingrenzen entwickelten sich in der Vergangenheit vor allem entlang der Spezifik der Gegenstände. Der auch vom Museum Burg Penzlin angestrebte interdisziplinäre Dialog bricht solche Zuordnungen auf. Daher zielen die Themenstationen der Ausstellung auch nicht auf die Teilung der komplexen Hexenthematik in Einzeldisziplinen mit verschiedenen Gegenständen, sondern auf eine Art Moderation.

Ineinandergreifende Themenstationen der ständigen Ausstellung wie:

  • Die frühe Neuzeit
  • Der Prozeß
  • Hexenverfahren in Mecklenburg. Namen und Schicksale
  • Magische Kultur und Rechtsverständnis
  • Profanmagie in Mecklenburg. Brunnen und Herd
  • Dämonisches in lokalen Sagenwelten
  • Regionale Quellenfunde. Zaubersprüche aus Grünow (19. Jh.)
  • Die Hexe im Spiegel der Kunst. 16 - 20. Jahrhundert
  • Ernst Barlach (1870 - 1938) und das Hexenwesen
  • Hexenprozesse in der Dichtung.
  • Der pommersche Prediger und Dichter Wilhelm Meinhold (1797-1851)

stehen in Bezug zur interdisziplinären Gesamtthematik und bieten Deutungszusammenhänge.

Folterkammer
© I. Kittner 
Rittersaal
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Ein Museum für Groß & Klein

Kinder und Jugendliche betrachten wir nicht bloß als potenzielle Besucher von morgen. Wir nehmen sie als Besucher von heute. Spiel- und Aktivangebote richten sich an unsere jungen und jüngsten Gäste. Sie entdecken auf unseren Museumsseiten attraktive Erlebnis- und Erfahrungsorte, erfahren aber auch etwa über Projekte, Ferienangebote und unterrichtsbegleitende Workshops. So wollen wir Kinder und Jugendliche an Sachthemen des Museums heranführen.

Kessel 1
Kessel 2
© I.Kittner 

Andrea Rudolph und Olaf Propp begutachten den künftigen „Hexenkessel“. Das alte Regenzauber-Gerät soll als interaktiver multimedialer „Informationskessel“ bald im „magischen Kinder- und Familienaktivraum“ historische Inhalte mit modernen Medien verbinden.